Produktivitätssoftware sollte vor allem eines sein: ein Werkzeug für den Nutzer.
Sie sollte Aufgaben zuverlässig erledigen, möglichst wenig unnötige Voraussetzungen schaffen und dem Nutzer die Kontrolle darüber lassen, wie er mit seinen Daten und seinen Programmen arbeiten möchte.
In den vergangenen Jahren hat sich dieses Verhältnis bei vielen Anwendungen verändert. Benutzerkonten, Cloud-Dienste und Online-Funktionen sind heute selbstverständlich geworden – teilweise auch für Aufgaben, die technisch vollständig auf dem eigenen Gerät erledigt werden könnten.
Cloud-Dienste sind deshalb nicht grundsätzlich schlecht. Synchronisierung zwischen Geräten, gemeinsame Arbeitsabläufe oder bestimmte Onlinedienste wären ohne Serverinfrastruktur kaum sinnvoll umzusetzen.
Die entscheidende Frage ist für uns eine andere:
Wann wird die Cloud tatsächlich benötigt – und wann nicht?
Aus dieser Frage ist ein wesentlicher Teil der Idee hinter Priviot entstanden.
Lokale Funktionen sollen lokal bleiben können
Ein PDF bearbeiten. Ein Dokument schreiben. Eine Notiz erstellen. Eine Aufgabe planen. Einen häufig verwendeten Textbaustein einfügen.
Für viele dieser Tätigkeiten ist technisch weder ein Benutzerkonto noch ein Cloud-Dienst notwendig.
Trotzdem setzen zahlreiche Anwendungen bereits beim Start eine Registrierung oder eine dauerhafte Verbindung zu einem Onlinedienst voraus.
Priviot verfolgt deshalb einen anderen Ansatz:
Grundlegende Funktionen sollen möglichst direkt auf dem eigenen Gerät funktionieren – ohne verpflichtende Cloud und ohne Konto nur für den Programmstart.
Das bedeutet nicht, dass jede Priviot-Funktion für immer ausschließlich offline funktionieren muss. Es bedeutet vielmehr, dass eine Onlineverbindung einen nachvollziehbaren Zweck haben sollte.
Daten sollten nicht unnötig übertragen werden
Besonders bei Dokumenten und persönlichen Informationen spielt lokale Verarbeitung eine wichtige Rolle.
PDF-Dateien, Textdokumente und Notizen können Verträge, Rechnungen, Bewerbungsunterlagen, interne Unternehmensinformationen, persönliche Aufzeichnungen oder andere vertrauliche Inhalte enthalten.
Wenn eine PDF-Datei direkt auf dem eigenen Computer bearbeitet werden kann, muss sie nicht allein für diesen Arbeitsschritt zunächst auf einen fremden Server hochgeladen werden.
Dasselbe gilt für viele andere Aufgaben.
Priviot PDF und Priviot Write sind auf lokale Dokumentbearbeitung ausgerichtet. Priviot Paste und Priviot Notes halten ihre grundlegenden Inhalte ebenfalls lokal auf dem Gerät.
Online-, Konto- und Synchronisierungsfunktionen sollen davon getrennt bleiben und dort hinzukommen, wo sie bewusst verwendet werden.
Mehr darüber dokumentieren wir auf unserer Seite zur technischen Transparenz.
Online nur dort, wo es einen Zweck gibt
Lokale Software bedeutet für uns nicht, das Internet grundsätzlich abzulehnen.
Das wäre weder sinnvoll noch realistisch.
Für den Download von Aktualisierungen wird beispielsweise eine Verbindung benötigt. Wer Inhalte zwischen mehreren Geräten synchronisieren möchte, benötigt ebenfalls Infrastruktur außerhalb eines einzelnen Computers.
Auch zukünftige Dienste können Funktionen anbieten, die technisch eine Onlineverbindung benötigen.
Entscheidend ist deshalb nicht:
„Verbindet sich diese Software jemals mit dem Internet?“
Sondern:
„Warum wird diese Verbindung benötigt und welche Daten werden dabei verarbeitet?“
Diese Trennung ist ein grundlegendes Prinzip von Priviot.
Lokale Funktionen sollen lokal bleiben können. Online-Funktionen sollen als solche erkennbar sein und einen konkreten zusätzlichen Nutzen bieten.
Ein Konto nur, wenn es tatsächlich etwas zuzuordnen gibt
Dasselbe Prinzip gilt für Benutzerkonten.
Für die lokale Grundnutzung von Priviot ist kein verpflichtendes Konto vorgesehen.
Ein Konto wird dort sinnvoll, wo etwas eindeutig einem Nutzer zugeordnet werden muss. Dazu können beispielsweise geräteübergreifende Synchronisierung, ausgewählte Einstellungen oder künftig angebotene Lizenzen, Käufe und Abonnements gehören.
Für das reine Öffnen und Bearbeiten eines lokalen Dokuments entsteht durch ein Benutzerkonto dagegen kein ausreichender Vorteil.
Deshalb soll niemand Kontodaten angeben müssen, nur um grundlegende lokale Funktionen verwenden zu können.
Ein Ökosystem sollte Möglichkeiten schaffen, keine Abhängigkeit
Priviot besteht nicht aus einer einzelnen Anwendung.
Aktuell stehen vier eigenständig nutzbare Programme zur Verfügung:
- Priviot PDF für PDF-Dokumente
- Priviot Write für Dokumente und DOCX-Dateien
- Priviot Paste für Textbausteine und häufig verwendete Inhalte
- Priviot Notes für Notizen, To-dos, Erinnerungen und Projekte
Weitere Anwendungen und Integrationen sind geplant.
Langfristig sollen diese Programme stärker miteinander zusammenarbeiten. Inhalte sollen sich dort zwischen Anwendungen weiterverwenden lassen, wo dadurch ein sinnvoller Arbeitsablauf entsteht.
Trotzdem soll jedes Produkt zunächst eine klar umrissene Aufgabe erfüllen und eigenständig sinnvoll bleiben.
Wer nur PDFs bearbeiten möchte, soll nicht das gesamte Priviot-Ökosystem installieren müssen.
Wer nur Notizen benötigt, soll nicht gleichzeitig eine vollständige Office-Suite übernehmen müssen.
Der Nutzer entscheidet, welche Werkzeuge zu seinem persönlichen System gehören.
Software sollte sich an den Nutzer anpassen
Dieser Gedanke geht über die Auswahl einzelner Programme hinaus.
Menschen arbeiten unterschiedlich. Sie organisieren ihre Aufgaben anders, bevorzugen andere Oberflächen und benötigen unterschiedliche Funktionen.
Software zwingt Nutzer trotzdem häufig in einen fest vorgegebenen Arbeitsablauf.
Priviot soll langfristig den entgegengesetzten Weg gehen.
Wo es sinnvoll ist, sollen Anwendungen modular, konfigurierbar und miteinander kombinierbar werden. Nicht jede Funktion muss für jeden Nutzer sichtbar oder notwendig sein.
Das Ziel ist deshalb nicht, einen einzigen „richtigen“ Priviot-Arbeitsablauf vorzugeben.
Software sollte sich an den Nutzer anpassen – nicht der Nutzer an die Software.
Keine Werbeprofile aus persönlichen Inhalten
Ein weiterer Teil dieser Kontrolle betrifft das Geschäftsmodell.
Priviot soll persönliche Dokumente, Notizen und andere Inhalte nicht verwenden, um Werbeprofile über Nutzer aufzubauen.
Personalisierte Werbung ist deshalb nicht das Geschäftsmodell hinter Priviot.
Wenn bestimmte erweiterte Funktionen oder Dienste zukünftig kostenpflichtig angeboten werden, soll klar erkennbar sein, wofür bezahlt wird.
Ein Produkt sollte seinen wirtschaftlichen Wert möglichst durch das Produkt selbst schaffen – nicht dadurch, möglichst viele Informationen über seine Nutzer zu sammeln.
Digitale Unabhängigkeit entsteht nicht über Nacht
Priviot ist nicht technisch vollständig unabhängig.
Moderne Software wird auf bestehenden Technologien aufgebaut. Auch Priviot verwendet Open-Source-Komponenten, Betriebssystem-Schnittstellen und ausgewählte externe Dienste.
Das zu verschweigen würde nicht zu dem Anspruch passen, den wir selbst an Transparenz stellen.
Deshalb betrachten wir digitale Unabhängigkeit nicht als bereits erreichten Zustand, sondern als langfristige Richtung.
Abhängigkeiten sollen regelmäßig geprüft werden. Wo kontrollierbarere, wartbare oder offenere Alternativen sinnvoll sind, sollen sie bevorzugt oder schrittweise entwickelt werden.
Welche Technologien und Dienste aktuell eingesetzt werden und welche Daten dabei übertragen werden können, dokumentieren wir in unserer technischen Transparenz.
Transparenz statt absoluter Versprechen
Begriffe wie „privat“, „sicher“ oder „verschlüsselt“ sind schnell geschrieben.
Sie reichen allein aber nicht aus.
Eine sinnvolle Datenschutzentscheidung muss konkreter beantwortet werden können:
- Welche Funktionen arbeiten lokal?
- Wann wird eine Internetverbindung benötigt?
- Welche Daten werden übertragen?
- Welche externen Dienste sind beteiligt?
- Welche Informationen können diese Dienste technisch sehen?
- Welche Grenzen gibt es?
Nicht jede Funktion besitzt dieselben technischen Eigenschaften.
Deshalb wollen wir Datenschutz- und Sicherheitsversprechen möglichst auf konkrete Funktionen beziehen, statt pauschale Garantien für ein komplettes Ökosystem auszusprechen.
Warum wir Priviot bauen
Hinter Priviot steht letztlich eine einfache Vorstellung davon, wie Produktivitätssoftware funktionieren sollte:
- Grundlegende Funktionen sollten möglichst lokal verfügbar sein.
- Ein Konto sollte nur verlangt werden, wenn es einen tatsächlichen Grund dafür gibt.
- Daten sollten nicht unnötig übertragen werden.
- Online-Funktionen sollten einen klaren Zweck haben.
- Ein Software-Ökosystem sollte Möglichkeiten schaffen, ohne Nutzer unnötig einzuschließen.
- Software sollte sich an den Nutzer anpassen – nicht der Nutzer an die Software.
Priviot wird weiterentwickelt. Neue Anwendungen, Funktionen und Integrationen werden hinzukommen und einzelne technische Entscheidungen können sich mit der Zeit verändern.
Die grundlegende Richtung bleibt jedoch dieselbe:
Lokale und modulare Produktivitätssoftware, die dem Nutzer möglichst viel Kontrolle lässt – ohne unnötigen Cloud-Zwang.
Welche Anwendungen bereits verfügbar sind und was langfristig geplant ist, zeigt die Priviot-Roadmap.